Und nochmals – Zitat und Kontext

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Dies das neue Tageszitat auf ZITATE-ONLINE.DE. Auf den ersten Blick sieht dies nach einem guten Ratschlag aus. Man solle Ordnung halte, um damit Zeit zu gewinnen. Wie immer muss man sich allerdings die Frage stellen, aus welchem Zusammenhang dieses Zitat stammt.

Wer spricht zu wem? Mephisto sagt dies zum Schüler in der bekannten Schülerszene in Faust. Der Tragödie erster Teil.

Wir erinnern uns. Faust hat eben mit Mephisto seine Wette abgeschlossen und die beiden wollen weggehen aus diesem engen Raum. Da hören sie einen Studenten kommen, der einige Fragen an Faust hat zu seiner Studienwahl stellen möchte. Faust ist nicht bereit, ihn zu empfangen, also tut dies Mephisto verkleidet als Faust. Auf die Frage von Mephisto, welche Fakultät er wählen solle, sagt der Schüler, dass er recht gelehrt werden wolle …

Und möchte gern, was auf der Erden
Und in dem Himmel ist, erfassen,
Die Wissenschaft und die Natur.

Mephisto meint dazu, dass er damit auf der rechten Spur sei, allerdings dürfe er sich nicht zerstreuen lassen. Darauf meint der Schüler:

Ich bin dabei mit Seel und Leib;
Doch freilich würde mir behagen
Ein wenig Freiheit und Zeitvertreib
An schönen Sommerfeiertagen.

Hier nun kommt dieser Ratschlag von Mephisto an den Schüler

Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen,
Doch Ordnung lehr Euch Zeit gewinnen.
Mein treuer Freund, ich rat euch drum
Zuerst Collegium Logicum.
Da wird der Geist Euch wohl dressiert,
In spanische Stiefel eingeschnürt,
Dass er bedächtiger so fortan
Hinschleiche die Gedankenbahn
Und nicht etwa, die Kreuz und Quer,
Irrlichteriere hin und her.

Es ist der Teufel, der diesen Ratschlag einem jungen Studenten gibt und ihm jede Illusion nimmt, dass ihm das Studium zur Freiheit des Geistes führen werde. Das Collegium Logicum wird verhindern, dass er auf “dumme Gedanken” kommt. Der Sinn des Zitats hat sich damit sehr stark verändert.

Zitat des Tages – 15.5.21

Holger Gertz schreibt in der Süddeutschen Zeitung über ein Projekt, das bereits 2019, also vor der Corona-Pandemie, an der Uni Bremen unter dem Titel Eine Uni – ein Buch gestartet worden ist. Ein Semester lang hat sich die Hochschule in verschiedenen Aktionen mit dem Buch beschäftigt. Zwei Stimmen zur Aktualität des Buches:

Neele von Döhren sagt: „Ich habe „Die Pest“ tatsächlich im vergangenen Herbst zum ersten Mal gelesen, als man den ganzen Corona-Hintergrund schon im Kopf hatte. Und ich fand es beeindruckend, wie exakt dort menschliche Züge und Verhaltensweisen beschrieben werden, die man jetzt beobachten kann. Wie oft man im Buch etwas liest und sagt: Genau so ist es auch jetzt. Genau so und nicht anders.“Mahé Crüsemann sagt: „Vielleicht lernt der Mensch auch einfach nicht, denkt man da manchmal. Wir hatten es doch da liegen, das Buch. Viele haben es gelesen, auch schon vor Corona. Und jetzt wundern wir uns, dass es in vieler Hinsicht so kommt wie damals schon beschrieben. Das ist beruhigend, einerseits, weil Menschen über Solidarität offenbar immer schon nachgedacht haben. Und es ist aber auch beunruhigend, weil aus diesem Nachdenken so wenig entstanden ist, was uns jetzt weiterbringt.“

Quelle: Corona und Solidarität: Was würde Albert Camus sagen? – Kultur – SZ.de

Zitat des Tages – 14.5.21

Zitat aus der Aargauer Zeitung:

Coronaleugner und Massnahmengegner haben wie alle Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf eine eigene Meinung. Aber sie haben nicht das Recht auf eigene Fakten und schon gar nicht das Recht, sich über das Gesetz zu stellen und damit alle anderen zu verhöhnen.

Quelle: Kommentar – Die Verlogenheit der Coronademonstranten und das Glaubwürdigkeitsproblem des Staates