{"id":4542,"date":"2022-07-14T18:44:25","date_gmt":"2022-07-14T18:44:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kurtjakob.ch\/?p=4542"},"modified":"2022-07-14T18:58:21","modified_gmt":"2022-07-14T18:58:21","slug":"robert-walser-preis-geht-an-magdalena-schrefel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurtjakob.ch\/?p=4542","title":{"rendered":"Robert Walser-Preis geht an Magdalena Schrefel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4543 alignnone\" src=\"https:\/\/kurtjakob.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/768xauto1-183x300.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kurtjakob.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/768xauto1-183x300.jpg 183w, https:\/\/kurtjakob.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/768xauto1-700x1148.jpg 700w, https:\/\/kurtjakob.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/768xauto1.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.robertwalserpreis.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Robert Walser-Preis<\/a> ist ein internationaler Literaturpreis, der 1978 von der Stadt Biel, der Heimatstadt Robert Walsers, und vom Kanton Bern gestiftet worden ist. Mit diesem Preis sollen zeitgen\u00f6ssische Autoren im Andenken an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Walser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Robert Walser<\/a> gef\u00f6rdert werden.<br \/>\nAlternierend alle zwei Jahre (seit 2004) werden Erstlingswerke in Prosa aus den Originalsprachen Deutsch und Franz\u00f6sisch ausgezeichnet. Die F\u00f6rderung ist seit 2006 mit 20&#8217;000 Franken dotiert. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert-Walser-Preis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>)<\/p>\n<p>In diesem Jahr geht der Preis an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magdalena_Schrefel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Magdalena Schrefel<\/a> f\u00fcr ihren Erz\u00e4hlband <a href=\"https:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/magdalena-schrefel\/brauchbare-menschen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Brauchbare Menschen<\/em><\/a>. Der diesj\u00e4hrige franz\u00f6sischsprachige Preistr\u00e4ger ist <a href=\"https:\/\/www.remi-david.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">R\u00e9mi David<\/a>. Magdalena Schrefel und R\u00e9mi David werden am Freitag, 23. September, 18 Uhr, im Farel Saal in Biel\/Bienne ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.robertwalserpreis.ch\/de\/ausschreibung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Begr\u00fcndung der Jury<\/a> f\u00fcr den Erz\u00e4hlband \u00ab<em>Brauchbare Menschen<\/em>\u00bb von Magdalena Schrefel:<\/p>\n<blockquote><p>Mit \u00abBrauchbare Menschen\u00bb legt Magdalena Schrefel zw\u00f6lf Erz\u00e4hlungen vor, die sowohl ihr dramatisches K\u00f6nnen als auch ihre Kunst pointierten Erz\u00e4hlens bezeugen. Dabei konzentriert sie sich thematisch auf den arbeitenden Menschen und auf Aspekte, die seit den soziologischen Impulsen der Neuen Sachlichkeit nur selten literarisch verhandelt werden.<\/p>\n<p>Was ist Arbeit und was macht sie aus den Menschen? Werden sie von Maschinen ersetzt oder gar selbst auf ein Maschinendasein reduziert? Was sind brauchbare Menschen? Wie steht es um die Aussortierten, Unbetrauerbaren, Namenlosen an den R\u00e4ndern der postmodernen Arbeitswelt? Deren Selbstbild steht ebenso auf dem Spiel wie Sinn und Struktur von Arbeit generell.<\/p>\n<p>Magdalena Schrefel entwickelt f\u00fcr diese existentiellen Fragen mal hintergr\u00fcndige, mal eigensinnig-poetische, immer wieder \u00fcberraschende, dramaturgisch elegant beschleunigte und motivisch verzahnte Erz\u00e4hlungen, die von politischem Engagement zeugen, dabei aber ganz auf die Autonomie der Literatur bauen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.robertwalserpreis.ch\/de\/ausschreibung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Begr\u00fcndung der Jury<\/a> f\u00fcr \u00ab<em>Mourir avant que d\u2019appara\u00eetre<\/em>\u00bb von R\u00e9mi David:<\/p>\n<blockquote><p>Der Roman hat die Jury durch seine Frische und nur vordergr\u00fcndige Schlichtheit \u00fcberzeugt. Er evoziert die Ambivalenz und die Heftigkeit der Gef\u00fchle Jean Genets f\u00fcr diejenigen, die er opferte, um seine Inspiration zu n\u00e4hren. In rigoroser historischer Herangehensweise, wirklichkeitsnahen Figuren und bestechenden Dialogen zeigt der Roman, welche Macht Genet \u00fcber Abdallah, seinen \u00abSeilt\u00e4nzer\u00bb, aus\u00fcbte, in einer Intimit\u00e4t, die mit jener zwischen Marguerite Duras und Yann Andr\u00e9a zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter vergleichbar ist.<\/p>\n<p>\u00dcber das Bild einer Epoche hinaus hinterfragt \u00abMourir avant que d&#8217;appara\u00eetre\u00bb die vampirhafte Natur der Kunst und ihr st\u00e4ndiges Bed\u00fcrfnis, sich zu erneuern, um letztlich die Realit\u00e4t zu gestalten, manchmal auf Kosten der Menschen, die in ihr leben.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Robert Walser-Preis ist ein internationaler Literaturpreis, der 1978 von der Stadt Biel, der Heimatstadt Robert Walsers, und vom Kanton Bern gestiftet worden ist. Mit diesem Preis sollen zeitgen\u00f6ssische Autoren im Andenken an Robert Walser gef\u00f6rdert werden. 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