{"id":1404,"date":"2013-03-30T11:28:01","date_gmt":"2013-03-30T10:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.kurtjakob.ch\/?p=1404"},"modified":"2021-05-10T20:32:12","modified_gmt":"2021-05-10T20:32:12","slug":"ist-jedes-kind-hoch-begabt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurtjakob.ch\/?p=1404","title":{"rendered":"Ist jedes Kind hoch begabt?"},"content":{"rendered":"<div class=\"PublishedByWebStory-[6]1_B68E2315CCAA40D39E52A22023EF4256_98F8AC54E42042F5AFBC5881D0130DA2\">\n<p>Auf der Seite des <a href=\"http:\/\/www.bildungsserver.de\/innovationsportal\/bildungplus.html?artid=869\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bildungsserverBLOG<\/a> ist ein Interview mit Gerald H\u00fcther zu lesen.<\/p>\n<blockquote><p>Jedes Kind ist hoch begabt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn man vom Duden Universalw\u00f6rterbuch ausgeht, dann bedeutet &#8222;hoch begabt&#8220; oder &#8222;hochbegabt&#8220; &#8211; beide Schreibungen sind m\u00f6glich:<\/p>\n<blockquote><p>sehr, \u00fcber das durchschnittliche Ma\u00df, \u00fcber die durchschnittliche Erwartung begabt: ein -er junger Musiker.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn man dies nun logisch genau betrachtet, so kann man die Aussage von Gerald H\u00fcther auch so formulieren<\/p>\n<blockquote><p>Jedes Kind ist \u00fcber das durchschnittliche Mass, \u00fcber die durchschnittliche Erwartung begabt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn aber jedes Kind begabter als der Durchschnitt ist, dann stimmt mit dem Begriff des Durchschnitts etwas nicht mehr.\u00a0Der Durchschnitt ist\u00a0ein &#8222;aus mehreren vergleichbaren Gr\u00f6ssen errechneter Mittelwert in Bezug auf Quantit\u00e4t oder Qualit\u00e4t&#8220; (Duden Universalw\u00f6rterbuch).<\/p>\n<p>Hier kann also schon logisch etwas nicht mit der Aussage dieses G\u00f6ttinger Neurobiologen stimmen.<\/p>\n<p>H\u00fcther\u00a0relativiert das, was man Begabung nennt, auf\u00a0Kulturen, es seien nichts anderes als kulturelle Vereinbarungen. Bei uns gelten &#8222;kognitive und auch analytische F\u00e4higkeiten als besondere Begabungen&#8220;.\u00a0So w\u00fcrden Begabungen wie auf B\u00e4ume klettern zu k\u00f6nnen oder eine gute K\u00f6rperbeherrschung zu haben bei uns nicht als besondere Begabungen angesehen. Das Problem sei nun, dass unsere Schulen die Sch\u00fcler nur nach\u00a0kognitiven Kriterien beurteilen w\u00fcrden. W\u00fcrde man andere Kriterien f\u00fcr Begabungen akzeptieren, dann &#8222;w\u00fcrde das Schulsystem so wie es ist, nicht mehr funktionieren. Dann k\u00f6nnte man Kinder nicht l\u00e4nger aussieben und selektieren und dann k\u00f6nnte man Kinder mit Trisomie 21 auch zum Abitur f\u00fchren, so wie wir es in unserem Buch beschrieben haben.&#8220;<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Auch Sch\u00fcler, die gut auf B\u00e4ume klettern k\u00f6nnen, sollten das Abitur schaffen und studieren k\u00f6nnen, fragt sich dann einfach was. H\u00fcther doppelt anschliessend noch nach, indem er sagt, dass die Schule f\u00fcr\u00a0jedes Kind passende Aufgaben bereit haben sollte, damit es seine Potenziale entfalten k\u00f6nne, damit es also seine Hochbegabung entfalten kann. Keine Selektion, nur noch F\u00f6rderung dieser hochbegabten Kinder. Statt Lehrer sollen mehrere Tutoren, &#8222;Potenzialentfaltungscoaches&#8220;, den Sch\u00fclern helfen, ihre eigenen Lernprogramme zu entwickeln. Diese Tutoren &#8222;vermitteln kein Wissen, sondern begeistern ihre Sch\u00fcler daf\u00fcr, sich Wissen aneignen zu wollen.&#8220; Vorbild ist die die Evangelische Gesamtschule in Berlin. Dort w\u00fcrden die Sch\u00fcler weinen, wenn sie Ferien haben.<\/p>\n<p>Letztlich sagt der Professor das, was alle Eltern so gerne h\u00f6ren: ihre Kinder sind alle hochbegabt. Die Schule und die\u00a0Lehrer sind das Problem, sie sind daf\u00fcr verantwortlich, dass sie sp\u00e4ter keinen Erfolg haben.<\/p>\n<p>In dem Fall warten wir auf zuk\u00fcnftige Lehrst\u00fchle f\u00fcr B\u00e4umeklettern und Grappatrinken.<\/p>\n<p>Da f\u00e4llt mir in dem Zusammenhang auch die chinesische Amerikanerin <strong>Amy Chua<\/strong> (<em>Die Mutter des Erfolgs<\/em>) ein:<\/p>\n<blockquote><p>Im Unterschied zur typisch westlichen Hausfrau-und-Mutter im Dauereinsatz f\u00fcr die Kinder ist die chinesische Mutter \u00fcberzeugt, dass 1. Hausaufgaben grunds\u00e4tzlich an erster Stelle stehen, 2. ein A minus eine schlechte Note ist, 3. ihre Kinder in Mathe den Mitsch\u00fclern immer um zwei Jahre voraus sein m\u00fcssen, 4. man die Kinder nie \u00f6ffentlich loben darf, 5. man im Fall einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem eigenen Kind und einem Lehrer oder Trainer immer die Partei des Lehrers oder Trainers ergreifen muss, 6. die einzigen Freizeitbesch\u00e4ftigungen, die man den Kindern erlauben sollte, solche sind, die ihnen am Ende eine Medaille eintragen, und 7. diese Medaille aus Gold sein muss.<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"PoweredByWebStory\" style=\"margin-top: 15px; margin-bottom: 10px;\">\u00a0Published by <a href=\"http:\/\/webstory.my\/cs_invite.php?u=9696\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WebStory<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Seite des bildungsserverBLOG ist ein Interview mit Gerald H\u00fcther zu lesen. Jedes Kind ist hoch begabt. 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